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Veranstaltungen des Graduiertenkollegs
zum interreligiösen Vergleich monastischer Kulturen

18. Juli 2014, Methodological approaches to the interreligious comparison of monastic cultures

Tagungsbericht:

Ausgehend von der Feststellung, dass sich zu verschiedenen Zeiten und in verschiedenen Kulturen Formen monastischen Lebens entwickelten, fragt das an der Forschungsstelle für Vergleichende Ordensgeschichte (FOVOG) Dresden angesiedelte ‘Graduiertenkolleg zum interreligiösen Vergleich monastischer Kulturen’ nach deren Gemeinsamkeiten, aber auch möglichen Unterschieden.

Während sich die Forschungen der FOVOG bislang vorrangig auf die klösterlichen Kulturen des westlichen Europas konzentrieren, wird nun in interreligiös vergleichendem Zugriff das tibetisch-buddhistische und das hinduistische Mönchtum wie auch das Mönchtum des oströmisch-byzantinischen Reiches in den Blick genommen. Es sollen Antworten auf die Frage gefunden werden, weshalb sich in ganz verschiedenen Religionen und Kulturen Traditionen monastischen Lebens entwickelten und auf welche Weise sich diese strukturell miteinander zum Vergleich bringen lassen. Die Beteiligten erhoffen sich durch eine solche interkulturell komparative Erforschung des Mönchtums Aufschluss über die Prinzipien klösterlichen Lebens in zeit- und raumöbergreifender Perspektive. Eine erste und wesentliche Vergleichsebene für dieses Vorhaben bietet hierbei die Fokussierung auf normative Basistexte der jeweiligen religiösen Gemeinschaften.

Um die unterschiedlichen methodologischen Fragestellungen und Herangehensweisen der verschiedenen beteiligten Fachdisziplinen ausloten und systematisieren zu können, wurde in der FOVOG am 18. Juli 2014 eine eintägige Konferenz mit international renommierten Referenten ausgerichtet. Unter Leitung des Direktors der FOVOG, Herrn Gert Melville, und organisiert von der Koordinatorin des Graduiertenkollegs, Frau Katrin Rösler, wurde anlässlich der Tagung insbesondere nach gemeinsamen Kategorien zur Analyse religiöser Leitideen gefragt. Dabei wurden in diesem Zusammenhang nicht nur Texte mit klar reglementierendem Charakter, wie etwa Kloster- und Ordensregeln, als ‘normativ’ verstanden, sondern beispielsweise ebenso Mahnschriften oder Heiligenviten.

Nach einem Überblick von Gert MELVILLE über die verschiedenen Ausprägungen der religiösen Lebensformen des lateinisch-christlichen Mönchtums, bei dem er auch wesentliche Parameter des Vergleichs zur Diskussion stellte, widmete sich Timothy JOHNSON der Frage nach direkten Kontakten zwischen mittelalterlichen christlichen und nicht-christlichen Religiosen. John YOUNG referierte über die Verbindungen zwischen mittelalterlichen Christen und Juden, während Claudia RAPP das byzantinische Mönchtum vorstellte. Gaya Charan TRIPATHI gewährte Einblicke in das indische Jaina-Mönchtum und Karin PREISENDANZ präsentierte einen Überblick über das Hindu-Mönchtum.

Als bedeutsame Kategorie dieses komparativen Zugriffs auf vita religiosa konnte in den anregenden Diskussionen etwa die diachrone Perspektive herausgearbeitet werden. Da normative Texte die Zukunft der jeweiligen religiösen Gemeinschaft gestalten sollten, sie sich zudem häufig auf bereits vorhandene, grundlegende und oftmals geradezu sakrosankte Basistexte wie etwa das Evangelium oder die Veden stützten, erweist sich eine zeitübergreifende Betrachtung jener Schriften als äußerst gewinnbringend.

Auch der vergleichende Blick auf eventuelle soteriologische Inhalte der normativen Texte stellte sich als lohnende Vergleichsebene dar, um das letztgültige spirituelle Ziel der jeweiligen vita religiosa sowie das Wesen der spezifischen religiosen Gemeinschaft näher bestimmen zu können.

Tagungsübersicht

1. Sektion
9:00 – 12:00
Gert Melville (Dresden), Introduction and Western Monasticism
Timothy Johnson (St. Augustine, USA), Medieval Comparison of Religions
John Young (St. Augustine, USA), Western Monasticism and the Jews

12:00 – 13:00
Lunch

2. Sektion
13:00 – 16:00
Claudia Rapp (Wien), Byzantine Monasticism
Gaya Charan Tripathi (Delhi), Jain Monasticism
Karin Preisendanz (Wien), Hindu Monasticism

Bilder der Tagung:





17. Juli 2014, Festliche Eröffnung des Graduiertenkollegs, in Anwesenheit von Magnifizenz Prof. Dr. Hans Müller-Steinhagen:







Direktor:
Prof. Dr. Dr. h.c. Gert Melville

Wiss. Geschäftsführerin / Koordinatorin: Priv.-Doz. Dr. Cristina Andenna

FOVOG
Technische Universität
D - 01062 Dresden
Email: fovog-dresden(at)tu-dresden.de

Telefon: +49 (0) 351 4793 4180
Fax: +49 (0) 351 4793 4189

Die FOVOG ist eine zentral eingebundene Einrichtung der Technischen Universität Dresden
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